Gras
Links und rechts des Pfades wächst Gras, wie an vielen anderen Stellen des Bibelgartens: Zwischen den Steinen, am Weg und in den Beeten. Gewöhnliches Gras – und doch ist es immer etwas Besonders, auch in der Bibel. Gras gilt als ausgesprochen vital, „Deine Nachkommen sollen sein wie das Gras“, wird Hiob verheißen (Hiob 5,25), unzählbar viele sollen es werden. Oder „Die Gottlosen grünen wie das Gras“ (Psalm 92,8): sie sind überall, werden immer mehr, sind quicklebendig (wie die Quecken!), wachsen fast von allein. Außerdem liefert das Gras nicht erst am Edersee eine schöne große Liegewiese. Schon Jesus lässt bei der „Speisung der Fünftausend“ das Volk sich am See Genezareth lagern, denn „da war viel Gras“ (Johannes 6,10).
Gras als erstes Glied der Nahrungskette für unzählige Landlebewesen wird gleich bei der Schöpfung erwähnt und später noch einmal (Psalm 104,14) „Du lässt Gras wachsen für das Vieh – und Saat zu Nutz den Menschen“. Biologisch gesehen sind es drei Arten von Gräsern, von denen die Ernährung der Menschheit abhängt: Mais in Afrika, Reis in Asien, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und andere Getreide in Amerika und Europa. Ohne Gras also kein Brot, kein Kuchen, … – und auch kein Bier!
Aber das Gras ist auch Zeichen der Vergänglichkeit. In den orientalischen Steppen und Wüsten schießt das Gras aus dem Boden, wenn es regnet, in einem Tag. Und es ist genauso schnell wieder vertrocknet „Alles Fleisch ist wie Gras und wie des Grases Blume“ (Jesaja 40,6 u 7). Oder: „Sie sind wie das Gras, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt“ (Psalm 90,6).
Süßgräser (Poaceae), eine der größten Familien der Monokotyledonen (Einkeimblättrige)
Weltweit verbreitet