Entwicklung
Wie entstand das Projekt?
Die erste Idee für den Bibelgarten am Edersee hatte Pfarrer Reinhard Brand im Herbst 2020. Als Referatsleiter für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste in der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck war er für das Konzept des neuen Zentrums der Urlauberseelsorge „Kirche unterwegs“ verantwortlich. Die schlichten, aber einladenden Gebäude auf der Halbinsel Scheid sollten im Sommer 2021 fertig sein: Eine multifunktionale Kirche, daneben ein Gebäude mit Möglichkeiten zum Übernachten für Ehrenamtliche, ein großer Gruppenraum mit Teeküche, die Terrasse der „Café-drale“ mit Blick über den See zum Schloss Waldeck. Daneben Spiel- und Bolzplatz, Feuerschale und die Möglichkeit für Out-Door-Konzerte. Um diesen Ort noch attraktiver zu machen, sollte unter Nutzung der darin liegenden Synergien auf den weiteren freien Flächen des Grundstücks ein Bibelgarten angelegt werden.
Als Träger kam die Stiftung Bibelgesellschaft Kurhessen- Waldeck infrage. Die damals zuständige Pfarrerin Dr. Heike Radeck ließ sich wie der gesamte Vorstand und die Geschäftsführerin Kristina Herlitze sofort von der Idee begeistern.
Welches Thema sollte der Bibelgartens bekommen: Etwa die „Vier Elemente“ der antiken Naturbetrachtung: Erde, Wasser, Luft und Feuer? Oder: „Unterwegs im Bibelgarten“ – in Anlehnung an die „Kirche unterwegs“. Beides überzeugte nicht.
Als Architekt für einen professionellen Entwurf wurde Hermann Dunkler-Gronwald aus Hude gewonnen. Nach der gelungenen Konzeption und Realisierung mehrerer Bibelgärten in Norddeutschland (u.a. Horstedt, Wagenfeld und Harpstedt) war hier seine breite Kompetenz gefragt.
Schritte
Nach ersten Notizen im Mai wurde bis November 2021 ein Konzept zwischen Frau Dr. Radeck und Herrn Dunkler-Gronwald abgestimmt: Der Garten steht unter dem Thema „Begegnung“. Dazu soll es fünf Stationen geben: 1. Begegnungen in der Wüste; 2. Begegnungen im Garten und am Brunnen; 3. Heilkräftige Begegnungen; 4. Göttliche Botschaften; 5. Geteilte Mahlzeiten.
Im Frühjahr 2022 wurde nach Einsparung der Pfarrstelle die Aufgabe von Frau Dr. Radeck an Propst i.R. Helmut Wöllenstein ins Ehrenamt übertragen.
Gespräche mit den Mitarbeitern von Kirche unterwegs machten deutlich, dass sie sich bisher nicht ausreichend in die Planung einbezogen wussten. Besonders eine fünfte Station hinter dem Kirchengebäude sahen sie als Einschränkung ihrer Räume. Entsprechend wurde der Plan reduziert. Auch auf einen eigenen Teich wurde in der Hanglage und wegen der Nähe zum See verzichtet. Das Architekturbüro legte im Mai 2022 erste Pläne vor. Sie setzten das Thema „Begegnungen“ in vier Stationen um:
- Begegnungen in der Wüste;
- Begegnungen im Garten und am Brunnen; (später “…im Paradies”)
- Heilkräftige Begegnungen;
- Begegnungen mit den Engeln und Gott.
Ein Garten - vier Jahre
Insgesamt dauerte die Umsetzung von der ersten Idee bis zur Eröffnung im Juni 2025 über vier Jahre.
Eine Ursache war der Personalwechsel, eine andere die Rücksichtnahme auf den regen Betrieb der „Kirche unterwegs“ in den Sommermonaten, so dass nicht gebaut werden konnte. Ferner konnten Mittel beantragt werden. Das Projekt erhielt die Unterstützung der anliegenden Stadtverwaltungen Waldeck und Bad Wildungen und konnte deshalb mit Leader-Mitteln gefördert werden. Ferner mussten Entwürfe angepasst werden wegen eines Irrtums bei der Grundstücksgrenze. Dementsprechend konnte in der Station 4 eine geplante Grotte aus Sitzsteinen und Hainbuchen-Kuppel neben der Himmelsleiter nicht realisiert werden. Das freundliche Entgegenkommen des Nachbarn, des Architekten Christoph Hesse, führte dazu, dass wir auf der langen Seite zum Wald hin auf eine abgrenzende Hecke verzichten konnten. Er stellte auch einen Stellplatz für die Tiny-Church der „Kirche unterwegs“ zur Verfügung, die zuvor in der „Wüste“ ihren Platz hätte finden müssen. Doch der wichtigste Punkt: in einer Geste großartiger Gastfreundschaft sind die Besuchenden des Bibelgartens eingeladen, nach der 4. Station über die Grenze hinaus zu gehen und die aus Roststahl gebaute dreieckige „Chapel of Light“ zu besuchen.
Die grundlegenden und schweren Bauarbeiten wurden im November 2024 von der Fa. Hendrik Gottmann, Garten- und Landschaftsbau aus Volkmarsen durchgeführt, nach geduldiger Beratung und mehrfacher Anpassung der Angebote.
Nach den Gartenbauarbeiten wurde die Station 3, der Heil- und Kräutergarten komplett mit einem Team von Ehrenamtlichen bepflanzt – unter der kundigen Anleitung von Ruth Pfennighaus und Svenja Riedel vom Ganzheitlichen Gesundheitshaus Marburg. Viele Pflanzen dazu lieferte die Fa. Henning Falk aus Remsfeld, der Inhaber ist Coautor für eines der wenigen aktuellen Fachbücher „Die Pflanzen der Bibel kennen und kultivieren“ (Stuttgart 2020²). Hier begann in dem trockenen Frühjahr die Pflegearbeit von Ehrenamtlichen. Ihr Kreis ist dabei sich zu erweitern. Koordinator: Thomas Rebenstock
Ebenfalls wurden viele andere Objekte in Eigenleistung gefertigt und aufgestellt, zumeist von Helmut Wöllenstein: Die Himmelsleiter, der Rosenbogen, die Einfassung der biblischen Brunnen mit Naturstein, die Stahlsilhouetten, - bis hin zu den Details wie den Fußabdrücken des Mose oder die Heuschrecke in der Wüste.