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Bibelgarten am Edersee - Adamsfeld 35 - 34513 Waldeck

Station 2

Der Ölbaum

Aus Platzgründen mischen sich in unserem kleinen Bibelgarten auf dem „Ölberg“ die Weinpflanzen mit den Olivenbäumen. Ein schöner Zufall. Auch der Ölbaum durchwächst die ganze Heilige Schrift. Wieder ist zuerst bei Noah davon die Rede. Noah erkennt das Ende der Sintflut daran, dass die ausgesandte Taube mit einem Ölzweig im Schnabel zur Arche zurückkehrt. Picasso hat das Motiv in vielen Varianten gezeichnet. Es wurde weltweit zu einem Zeichen der Friedensbewegung, die damit auch einen neuen Umgang mit der Natur ansprechen kann.

Olivenbäume zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt, sie werden im Orient seit Jahrtausenden genutzt und gepflegt. Die Bäume können sehr alt werden, bis zwei oder drei tausend Jahre. Ihre Blätter sind immer grün. Im Alter haben sie einen knorrigen Stamm. Für gute Ernten müssen sie beschnitten werden. Mit all diesen Merkmalen sind sie Lebewesen, vor dem man Respekt gewinnen und von ihnen lernen kann: „Nicht du trägst die Wurzel, die Wurzel trägt Dich“ schreibt Paulus über das Verhältnis von Juden und Christen (Römer 11, 18).

Auch das Olivenöl selbst hat für die Menschen im Mittelmeerraum seit der Antike eine hohe Bedeutung: Es ist ein in hochwertiges, gesundes Nahrungsmittel. Es wurde schon in biblischen Zeiten kosmetisch gebraucht: „dass der Wein des Menschen Herz erfreue und sein Antlitz schön werde vom Öl“ (Psalm 104, 15). Königinnen und Könige wurden mit Öl gesalbt. Man behandelte damit aber auch die Wunden der Kranken. Und es war ein Zeichen höchster Gastfreundschaft, wenn man nach einem längeren Weg durch Hitze und Staub so empfangen wurde, wie es in dem bekannten Psalmwort steht: „Du salbest mein Haupt mit Öl – und schenkest mir voll ein“ (Psalm 23,5).

Botanischer Name:
Olea europaea
Pflanzenfamilie:
Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Herkunft:
Mittelmeerraum