Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Bibelgarten am Edersee - Adamsfeld 35 - 34513 Waldeck

Station 2

Der Weinstock

durchzieht die Geschichten der Bibel wie kaum eine andere Pflanze. Es beginnt im 1. Buch Mose, Kap. 9.: Noah pflanzt nach überstandener Sintflut den ersten biblischen Weinberg. Gleich danach wird erzählt, dass er sich betrank und in Folge einiges in der Familie schiefläuft. – Vor übermäßigem Weingenuss wird in der Bibel immer wieder gewarnt. Er kann allerdings auch mit der vitalisierenden Wirkung des Heiligen Geistes verwechselt werden (Apostelgeschichte 2).

Vor allem aber ist der Wein ein Zeichen des Segens. Der Wein ist dazu da, „dass er des Menschen Herz erfreue“ (Psalm 104,15). Das erste Wunder, das Jesus tut, geschieht auf der Hochzeit zu Kana. Als der Wein ausgeht, verwandelt er „Wasser zu Wein“ – wie es in eine bekannte Redensart eingeflossen ist (Johannes 2). Jesus selbst lässt sich mit seinen Freundinnen und Freunden immer wieder gerne einladen, er liebt die Menschen auch in lockerer Geselligkeit. Sehr zum Ärger mancher Frommer ist Jesus kein Asket, sie beschimpfen ihn sogar einmal als „Fresser und Weinsäufer“ (Matthäus 11,19). In seinen bildhaften Geschichten kommt immer wieder der Weinbau vor.

Jesus selbst vergleicht die Beziehung zwischen sich und seinen Freundinnen und Freunden mit der wachstumsfreudigen Lebendigkeit dieser Pflanze „Ich bin der Weinstock – ihr seid die Reben“ (Johannes 15,5) . Gott selbst wird für ihn zu einem Weingärtner (Johannes 15,1). So überzeugt es, dass die letzte gemeinsame Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern das Passamahl aus der Tradition seines Volkes war, bei dem der gesegnete Becher mit Wein durch die Runde geht. Auch wir Christen feiern später in diesem Zeichen unsere Gemeinschaft mit Christus und untereinander als ein Sakrament.

Botanischer Name:
Vitis vinifera
Pflanzenfamilie:
Weinrebengewächs (Vitaceae)
Herkunft:
Mittelmeerraum, Westasien und Europa